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Die Geschichte der Stadt Mengen

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Wo sich die Donau in der weiten Talebene der oberschwäbischen Landschaft mit Ablach und Ostrach trifft, liegt die Stadt Mengen mit ihren heute etwa 10.000 Einwohnern. Von der früheren Besiedlung der Gegend zeugen zahlreiche Funde aus Hallstatt- und Römerzeit.

Zunächst einmal wurde im Jahre 1998/99 eine Viereckschanze im Donautal zwischen Scheer und Ennetach ausgegraben. Sie stammt aus der Zeit um Christi Geburt und in ihr wurde ein Grab gefunden, dessen Skelett etwa 2000 Jahre vor Christi Geburt hier beerdigt worden ist. Ein Gräberfeld zwischen Mengen und Rulfingen aus der Zeit von 1500-1200 vor Christus belegt, dass hier Menschen gewohnt und ihre Toten begraben haben.

Ausgiebiger sind die Funde aus der Bronzezeit, z. B. die Bronzebeschläge von zwei Wagen, die den Toten mit ins Grab gegeben worden sind. Diese beiden Beschläge sind bekannt unter dem Namen "Der Mengener Wagen" und wurden in der Kiesebene des Donautals beim Kiesabbau gefunden.

Warum finden wir so viel historische Funde auf unserer Gemarkung?

Mengen lag am alten Handelsweg zwischen dem Mittelmeer und der Donau und führte vorbei an der späteren Heuneburg. Als die Römer kurz nach Christi Geburt kamen, bauten sie auf dem Ennetacher Berg ein Kastell, das lange gesucht wurde und erst in den letzten Jahren durch Ausgrabungen nachgewiesen werden konnte. Allerdings brachten diese Grabungen auch Hinweise auf eine viel frühere Festungsanlage, etwa um das Jahr 1000 vor Christus. Dadurch wird das Gewicht dieses historischen Raumes hier noch wesentlich vergrößert.

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Als im Jahre 70 nach Christus der Donaulimes nicht mehr notwendig war verlegten die Römer ihre Verteidigungslinie auf die Alb und später an den Neckar. Ennetach blieb , nachgewiesen durch verschiedene Funde (Altarstein, usw.), ein römisches Dorf und war wahrscheinlich bis etwa 230-260 nach Christus, als die Alemannen ins Land eindrangen, bewohnt.

Die Alemannen siedelten in Sippen, daraus gingen dann die "–ingen Orte" hervor und so sind viele dieser "–ingen Orte", die wir hier haben wie Me-ingen, Rulfingen, Göggingen, Zielfingen, Herbertingen, Hundersingen usw. nichts anderes als ein Nachweis der frühesten alemannischen Landnahme hier in unserer Heimat.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgt 819, als Kaiser Ludwig der Fromme auf dem Gebiet an der Ablach, also sowohl links wie rechts der Ablach, Gebiete an das Kloster Buchau vermacht.

1170 ist Barbarossa in der Stadt und hält einen Hoftag. Die Beschlüsse dieses Hoftages liegen im Stadtarchiv von Chur in der Schweiz. Ein hoher Adel hat sich hier darum bemüht, bestimmte Dinge für das Reich und für das Herzogtum Schwaben zu regeln. 1257 wird zum ersten mal "Vrie Mengen", also ein freies Mengen, eine Stadt Mengen zitiert, neben dem alten Me-ingen. Wir müssen davon ausgehen, dass das alte Me-ingen, das alte Mengen, das heutige Ennetach ist, und die Stadt Mengen eben die um etwa 1150 bis 1250 erbaute eigentliche Stadt Mengen.

Die Geschichte der Stadt Mengen als Stadt beginnt am 04. März 1276 mit einer Stadtrechtsurkunde, die in Augsburg durch König Rudolf von Habsburg ausgestellt wurde.

Er schreibt hier: "...in diesem Bestreben hat unsere Hoheit geruht, unseren lieben Sohn Albert Graf von Habsburg und seiner Gattin Elisabeth, Tochter eines erlauchten Mannes, des Grafen von Tirol, die das Recht in der Stadt, wie genannt, Frei Mengen haben, diese Gnade zu erweisen, dass wir diese Stadt befreien kraft unseres höchsten Amtes und aus Freigiebigkeit unserer königlichen Majestät. Wir wollen, dass die Bewohner der genannten Stadt desgleichen Rechts sich erfreuen, in welchem auch die Bürger von Freiburg im Breisgau in ihren Freiheiten und Rechten erhalten werden. Desgleichen gewähren und gestatten wir aus besonderer Huld, dass in den einzelnen Wochen, nämlich am fünften Tag (am Donnerstag), ein Markt in vorgenannter Stadt und was darüber hinaus ist, in jedem Jahr ein Jahrmarkt in der Oktav von Ostern und am Fest des Seligen Martin von allen Einwohnern des Ortes und allen, die zum allgemeinen Nutzen des Marktes ihn besuchen, gehalten werden..."

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Die Frage ist, warum reicht das alte Ennetach nicht aus, um dort eine Stadt zu gründen?

Es lässt sich nur so beantworten: Der alte Handelsweg zwischen dem Bodensee auf der einen und Ulm auf der anderen, der später nach Westen bis in den Breisgau und ins Elsass und im Osten bis nach Österreich ausgeweitet wurde, führte nicht durch das Dorf Mengen sondern daran vorbei. Aber für den Handel sollte hier eine Niederlassung gegründet werden. Deshalb ist an diesem Handelswege dieses "Vrie Mengen" gegründet worden, die Stadt Mengen, wobei sich das Vrie nicht so sehr auf die freie Stadt bezieht, sondern auf die Freiheiten, die die Bürger hier hatten.

Die Stadt Mengen blieb seit ihrer Gründung von 1276 bis 1805 als eine der sogenannten fünf Donaustädte vorderösterreichisch. Ab dem Jahr 1806 gehört Mengen allerdings zum Königreich Württemberg. Als württembergische Stadt erhielt Mengen 1870-1872 Anschluss an das württembergische und badische Eisenbahnnetz. 1895/96 wurde die Elektrizität eingeführt und eine Anlage in der Stadt gebaut. Um 1900 erhielt Mengen die Wasserleitung.

Der 2. Weltkrieg ist mehr oder weniger gut an der Stadt vorbeigegangen, obwohl in den letzten Tagen ein alliierter Bombenangriff auf die Stadt geplant gewesen war. Der Anflug ist allerdings abgebrochen worden, weil die Bomber der amerikanischen Luftflotte keinen Jagdschutz erhalten haben.

Termine zum Vormerken

In der Mengener Innenstadt wird zukünftig jedes Jahr eine größere Veranstaltung stattfinden. Die Termine können Sie sich gerne bereits jetzt vormerken:

10.-12.06.2016 Mengen International


07.-10.07.2017 Heimattage


08.-10.06.2018 Mengen International


13./14.07.2019 Fuhrmannstag


12.-14.06.2020 Mengen International

Vergangenheit & Gegenwart

Mit seiner wechselvollen Geschichte und vielen Wahrzeichen aus der Vergangenheit präsentiert sich Mengen heute als traditionsbewusste, lebendige und aufgeschlossene Stadt. Viele Traditionen, wie z.B. das Maifest, der Martinimarkt oder der Bürgerwachjahrtag sowie die schwäbisch alemannische Fasnacht haben sich bis in die Gegenwart erhalten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Brauchtumspflege.

Stadt Mengen | Hauptstraße 90 | 88512 Mengen | Telefon 07572 / 607-0 | info@mengen.de