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Fuhrmannsstadt Mengen

Mengens Historie reicht weit zurück. Ausgrabungen haben gezeigt, dass Mengen bereits in der Bronze- und Römerzeit besiedelt war.

Ein Grund hierfür war sicherlich die verkehrsgünstige Lage. Früher herrschte hier ein starker Fuhrwerksverkehr vom Elsass über den Breisgau gen Ulm oder Memmingen.

Die Fracht aus Westen bestand dabei regelmäßig aus Wein, Eisen, Gips, Mühlsteinen und sogar aus Schnecken. Auf der Rückfahrt brachten die Fuhrleute meist Salz aus der Gegend um Innsbruck mit, aber auch Talg, Hopfen, Wolle und Mehl.

Neben der Stadt Mengen haben auch die Fuhrleute eine lange Geschichte. Die ersten Beweise für die Existenz eines selbständigen Fuhrgewerbes gehen auf das 13. Jh. zurück. Nicht selten zogen zehn bis zwölf Wägen an einem Tag durch Mengen. Dazu kamen noch die Mengener Fuhrleute. Jeden Montagmorgen war besonders reger Durchgangsverkehr. In den Höfen der Gastwirtschaften herrschte geschäftiges Treiben. Es wurden Waren ab-, auf- und umgeladen. Neben den Wirten hatten auch die Bäcker, Wagner, Sailer und nicht zuletzt die Schmiede merklichen Nutzen.

Eine Zunft, wie für die anderen Berufe, ist für die Fuhrmänner zwar nicht nachgewiesen. Sie hatten jedoch eine strenge Ehr- und Berufsauffassung. Aus dem Jahr 1691 ist der Wortlaut des Fuhrmannseides überliefert. Der Fuhrmannsbetrieb in Mengen fand sein Ende mit der Eröffnung des Eisenbahnverkehrs um 1870.

Aktuell wurde das Thema „Fuhrmannsstadt“ wieder durch die Innenstadtsanierung, da diese der Altstadt ein neues Gesicht verleiht. Die Hauptstraße, die von Ost nach West den historischen Handelsweg markiert, bleibt aber der wichtigste öffentliche Raum. Ein Brunnen mit eingegossenen Spuren von Fuhrwerken und den dazugehörigen historischen Daten stellt dies im Herzen von Mengen dar.

Fuhrmannsbrunnen

Die Fuhrmannsstadt Mengen erhielt im Rahmen der Neugestaltung 2012 im Stadtzentrum vor der Martinskirche einen neuen Brunnen. Der „Fuhrmannsbrunnen“ soll an die jahrhundertelange Tradition der Stadt als Handels- und Fuhrmannsstadt erinnern. Auf der bronzenen Brunnenoberfläche eingearbeitete historische Daten und Ereignisse „erzählen“ von der interessanten Geschichte der ehemals vorderösterreichischen Donaustadt Mengen und von Persönlichkeiten, die in der Stadt ihre „Spuren“ hinterlassen haben. Die Spuren wurden im Rahmen eines Fuhrmannstages am 9. Oktober 2011 von echten Fuhrwerken und Personen als Gipsabdrücke genommen und in die Brunnenoberfläche gegossen.

Die Entstehung des Fuhrmannbrunnens

Historische Daten

Östlich von Mengen wurden die metallenen Beschläge zweier Wagen aus der Bronzezeit gefunden, welche als „Mengener Wagen“ bekannt sind.

Kaiser Friedrich I. Barbarossa ritt während seiner Regierungszeit oftmals auf der „Königstrasse“ durch Mengen. Am 15.05.1170 hielt er in Mengen einen Hoftag ab.

Mit der Verleihung der Stadt- und Marktrechte durch Rudolf von Habsburg 1276 erlebte Mengen einen großen Aufschwung.

Am 18. Mai 1632 standen die Schweden vor Mengen. Die wundersame Errettung wurde der „Mutter Gottes unter dem Ölberg“ zugeschrieben und wird heute noch als Maifest gefeiert.

Auf ihrem Brautzug von Wien nach Paris zur Hochzeit mit Ludwig XVI. machte Marie Antoinette am 02.05.1770 Rast in Mengen in der Wirtschaft zur Harfe.

Am 8. Oktober 1819 konnte die Feuerwehr Mengen trotz ihrer Löschwagen den großen Brand nicht löschen. 88 Gebäude wurden zerstört, 116 Familien waren betroffen.

2007 wurde der Mengener Daniel Unger in Hamburg Triathlonweltmeister.

Fuhrmannsgeschichte

Fuhrmannseid: Ich schwöre einen Eid zu Gott, dass ich das Gut, das mir zu fahren aufgeladen wird, für billigmäßige Belohnung dahin fahre, treulich verwahren und redlich überliefern will.

Von alters her herrschte in Mengen ein starker Fuhrwerksverkehr, vom Elsass und Breisgau die alte Römerstraße nach Ulm, nach Böhmen und Tirol, sowie nach Memmingen über Herbertingen, Saulgau und Ochsenhausen.

„Die Fuhrleut erfüllen die Stadt mit ihren rohen Rufen, es schrillen ihre aus Leder gewonnenen Peitschen“, so ein Freiburger Student anno 1564.

Unaufhörlich schrie der wohlbestellte Fuhrmann der langen Kette von Gäulen im Vorspann zu, bis mit unsäglicher Mühe und Gefahr für Mann und Pferd die nahen Höhen genommen waren.

Franziskus Beller, „‘s Franziskerle“, der Ulmer Bote, zog mit vier mageren Schimmeln wöchentlich nach Ulm, wobei er unentgeltlich Soldatenpäcklein für die in Ulm stationierten Mengener mitnahm.

Termine zum Vormerken

In der Mengener Innenstadt wird zukünftig jedes Jahr eine größere Veranstaltung stattfinden. Die Termine können Sie sich gerne bereits jetzt vormerken:

10.-12.06.2016 Mengen International


07.-10.07.2017 Heimattage


08.-10.06.2018 Mengen International


13./14.07.2019 Fuhrmannstag


12.-14.06.2020 Mengen International

Vergangenheit & Gegenwart

Mit seiner wechselvollen Geschichte und vielen Wahrzeichen aus der Vergangenheit präsentiert sich Mengen heute als traditionsbewusste, lebendige und aufgeschlossene Stadt. Viele Traditionen, wie z.B. das Maifest, der Martinimarkt oder der Bürgerwachjahrtag sowie die schwäbisch alemannische Fasnacht haben sich bis in die Gegenwart erhalten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Brauchtumspflege.

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